Steißbeinfisteln finden sich bevorzugt bei Personen, die viel sitzen wie z.B. bei Reitern und Autofahrern sowie bei stark behaarten Jugendlichen. Die wahrscheinliche Ursache dafür sind Haare, die durch die Haut nach innen wachsen. Wenn sich der Hohlraum infiziert, kann dies zu schmerzhaften Abszessen und einem verzweigten Gangsystem (Fistel) führen.
In aller Regel heilen diese Steißbeinfisteln nicht von selbst. Manche Fisteln öffnen sich zwar nach außen, aber eine Besserung der Beschwerden ist meist nur vorübergehend und fast immer bleibt eine Fistel zurück, welche zu immer wieder auftretenden Entzündungen führt.
Aus diesem Grund raten wir zu einer Operation.

Steissbeinfistel

Operationsverfahren

Die Operation findet in Narkose oder Regionalanästhesie statt. Das entzündete Gewebe (Fistel, Abszess) wird vollständig ausgeschnitten. Bei der Behandlung eines Abszesses bleibt die Wunde meist offen, damit Wundsekret und Eiter abfließen können und eine Heilung aus den tieferen Schichten nach oben erfolgt. Die Wunde kann ganz oder teilweise vernäht werden, wenn keine Eiterung vorliegt.

Behandlungserfolg

Im Allgemeinen ist die Aussicht auf Heilung gut und es tritt schnell eine Beschwerdefreiheit ein. Die Abheilung muss regelmäßig ärztlich kontrolliert werden und kann mehrere Wochen andauern. Unter Umständen ist noch mal eine operative Wundbehandlung erforderlich. Sollte die Entzündung bereits benachbartes Gewebe zerstört haben, so kann es zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Schädigung des Darmschließmuskels kommen. Die Möglichkeit einer erneuten Fistelbildung und weiterer Ausbreitung der Entzündung -trotz Operation- besteht nur in Ausnahmefällen.

Komplikationen und Risiken

Komplikationen sind selten, denn die Operation einer Steißbeinfistel gehört zu den ärztlichen Routineeingriffen. Wundheilungsstörungen können bei infizierten Steißbeinfisteln jedoch häufig auftreten. Seltene Komplikationen sind z.B. stärkere Nachblutungen, Haut – und Gewebeschädigungen, Blutgerinnsel (Thrombose), Störung der Blutgerinnung, Allergien und Überempfindlichkeiten, Kreislaufprobleme, Juckreiz, Hautausschlag, örtliche Gewebeschäden. Extrem selten sind schwerwiegende Komplikationen wie Herz- und Kreislaufprobleme oder gar bleibende Schäden wie Organversagen oder Lähmungen.