Wenn Ihnen bei einem operativen Eingriff Fremdmaterial wie z.B. Platten, Schrauben, Marknägel oder äußere und innere Festhalter eingebracht wurden und der Knochen wieder verheilt ist, so kann das Fremdmaterial wieder entfernt werden.

Es gibt Gründe die sowohl dafür, wie auch dagegen sprechen.

Folgende Gründe sprechen dafür:

  • Der Knochenaufbau und der Knochenstoffwechsel können durch das Fremdmaterial geschwächt werden, so dass es zu Brüchen im betreffenden Abschnitt kommen kann.
  • Das Fremdmaterial kann bei nachlassender Abwehrkraft zu Infektionen führen oder das Ausheilen einer solchen verhindern.
  • Wenn im Alter das Unterhautgewebe ausdünnt, kann das Fremdmaterial durch die Haut treten und es kommt zu einer Perforation.
  • Das Fremdmaterial könnte sich lockern und in seltenen Fällen anfangen zu wandern und zu einer chronischen Reizung führen.
  • Bei Kindern kann durch das Fremdmaterial das Knochenwachstum gestört werden.

Folgende Gründe sprechen dagegen:

  • Unter Umständen muss auf die Entfernung des Fremdmaterials verzichtet werden, wenn dieses nur durch einen großen und risikoreichen Eingriff entfernt werden kann.
  • Wenn schwer zugängliche oder abgebrochene Teile von Knochen umgeben sind, werden diese belassen und gegebenenfalls nur das gut zugängliche Material entfernt.
  • Bei Patienten, die sich in einem schlechtem Allgemeinzustand befinden oder z.B. eine schwere Herz- oder Kreislauferkrankung haben, kann sich das gleiche Vorgehen empfehlen.

Die Operation

Meist reicht ein kleiner Gewebeschnitt aus, um das Fremdmaterial zu entfernen. Es kann aber auch sein, dass bei großen Materialentfernungen eine Drainage in die Wunde eingelegt wird, um Störungen der Wundheilung und Blutergüssen vorzubeugen. Der Knochen muss in manchen Fällen auch eröffnet werden. Die Narkose wird je nach Eingriff unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt.

Nebenwirkungen und Komplikationen

In der Regel ist das Entfernen des Fremdmaterials eine deutlich kleinere Operation als der Ersteingriff. Für die Narkosenebenwirkungen und Komplikationen klicken Sie bitte hier. Weitere Komplikationen -aber mit noch einer wesentlich geringeren Wahrscheinlichkeit wie bei der Einpflanzung des Fremdmaterials- sind:

  • Die gebildete Narbensubstanz des Ersteingriffes kann den Zugang zum Fremdmaterial erschweren.
  • Die Gefahr einer Verletzung benachbarter Nerven und Blutgefäße kann sich erhöhen, wenn Narbenstränge das Gewebe verlagern.
  • Nachblutungen lassen sich meist z.B. durch Drainagen oder Kompressionsverbände beherrschen.
  • Blutergüsse (Hämatome) sind selten und müssen in einem Zweiteingriff ausgeräumt werden.
  • Durch eine Manschette, welche als Blutsperre angelegt wird, können in sehr seltenen Fällen Hautschäden und in extrem seltenen Fällen Lähmungen auftreten.
  • Es können Weichteilinfektionen auftreten, die sich aber meist gut beherrschen lassen.
  • Extreme Fälle wie eine Bewegungseinschränkung oder eine Gelenkversteifung lassen sich nicht gänzlich ausschließen.
  • Weitere Komplikationen sind z.b. eine Embolie, Thrombose, Wundinfektion, Knochenbruch nach langjähriger Einpflanzung, Narbenwucherungen, Hautverfärbungen, Narbenschrumpfung mit Bewegungseinschränkung, sowie Juckreiz, Niesen, Hautausschlag, Schwindel und Erbrechen bei Allergien auf Medikamente oder Desinfektionsmittel.

Weiterführende Informationen können Sie gerne in unserer Praxis ausgehändigt bekommen.