Wenn die Blutgefäße, welche das Blut zum Herzen zurücktransportieren (Venen) sich erweitern, dann entstehen Krampfadern (Varizen). Die oberflächlichen Venen der Beine sind davon besonders häufig betroffen. Ohne eine entsprechende Behandlung, kann es zu Hautveränderungen, Spannungsgefühl, Schmerzen und wiederholten Venenentzündungen kommen. Außerdem zu Geschwüren an den Unterschenkeln welche oft nur schwer behandelbar sind. Wenn die Erkrankung auf die tiefen Venen des Beines übergreift, kann es zu einer tiefen Beinvenenthrombose kommen.
Aus diesem Grund sollte eine Behandlung so früh wie möglich erfolgen wie z.B. durch medikamentöse Behandlung, eine Operation oder straffes Wickeln des Beines.

Behandlung von Krampfadern

Varizenverödung (Verödung von Krampfadern)

Bei der Varizenverödung wird die Krampfader mit einer Nadel punktiert. Dann wird das betreffende Bein hochgelagert und ein Verödungsmittel über die Nadel in das Blutgefäß eingespritzt, welches eine Entzündung der Gefäßinnenwand bewirkt, so dass die Krampfaderwände zusammenkleben. Zur unterstützenden Wirkung der Verödung wird danach das Bein mit einem Kompressionsverband umwickelt oder ein Kompressionsstrumpf angepasst. Diese Behandlung muss unter Umständen mehrmals wiederholt werden, um alle Krampfadern zu veröden. Nach dem Eingriff sollten Sie mindestens 30 Minuten auf und ab gehen.

Nach dem Eingriff sind Sie normalerweise voll belastbar und es ist für eine erfolgreiche Behandlung sehr förderlich, wenn Sie sich möglichst viel bewegen und nur wenig stehen oder sitzen. Wenn bei Ihnen eine Veranlagung für Krampfadern besteht, so können sich nach dem Eingriff wieder neue Krampfadern bilden. Als vorbeugende Maßnahmen um dies möglichst zu verhindern, sollten Sie Sport ausüben, in welchem Sie sich viel bewegen müssen. Des Weiteren sollten Sie auf enge Kleidungsstücke verzichten und warme Wechselbäder sowie die Sauna meiden. Auch das Tragen von Kompressions- und Stützstrümpfen ist zur Vorbeugung vorteilhaft

Komplikationen und Risiken bei der Varizenverödung

  • Hautveränderungen, bleibende Verhärtungen oder Verfärbungen.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf das Verödungsmittel, die sich in Hautausschlag, Brechreiz, Juckreiz oder ähnlichem äußern.
  • Bildung von Blutgerinnseln und Entzündungen, welche einen Einstich und das Ausdrücken des Blutgerinnsels erforderlich machen.
  • Wenn das Verödungsmittel in das benachbarte Gewebe eindringt, können Eiterungen oder Geschwüre entstehen, welche behandelt werden müssen. Bei der so verzögerten Wundheilung, kann eine berührungsempfindliche Narbe entstehen.
  • Die Bildung von Blutgerinnseln im tiefen Venensystem (Thrombosen) sind selten und man kann einer solchen Komplikation durch Bewegung und Kompressionsverbänden vorbeugen.
  • Dauerhafte Schwellungen des Beines.
  • Extrem selten ist das Auftreten einer Lungenembolie, ebenso selten schwere allergische Reaktionen wie ein Kreislaufkollaps oder ein Schock, die bleibende Schäden hinterlassen können und stationär behandelt werden müssen.

Varizenoperation (Operation von Krampfadern)

Dieser Eingriff erfolgt in Narkose oder örtlicher Betäubung. Nähere Informationen zu den Narkosemethoden, sowie deren Nebenwirkungen und Risiken finden Sie hier. Je nach Grad der Erkrankung wird eventuell erst einmal eine Blutleere des Beines geschaffen um einen besseren Überblick zu bekommen. Hierbei wird das Bein mit einer Gummibinde umwickelt und das Blut herausgepresst. Eine Druckmanschette am Oberschenkel verhindert das Zurückfließen des Blutes. Prinzipiell werden nur die geschädigten Venenanteile entfernt. Bei leichter Erkrankung reicht dazu ein kleiner Schnitt an der Leiste aus. Ist die Erkrankung schon weiter vorangeschritten, müssen zusätzliche Schnitte an Knie oder Knöchel gesetzt werden, um die Vene entfernen zu können. Zum Beseitigen von Knoten (Krampfaderkonvolute) sind einige spezielle kleine Schnitte notwendig. Kurzverschlussverbindungen, die zwischen dem oberflächlichen und tiefen Venensystem erweitert sind, müssen gesondert aufgesucht und unterbunden werden. Die Entfernung der oberflächlichen Venen bringt keine Nachteile für die Durchblutung des Beines.

Komplikationen und Risiken bei der Varizenoperation

Alle Punkte wie bei den Komplikationen der Varizenverödung
Außerdem:

  • Größere Blutergüsse sowie Nachblutungen, die operativ behandelt werden müssen.
  • Beim Herausziehen der Venen oder durch den Druck des Verbandes, kann es zu einer Schädigung der Gefühlsnerven kommen. Diese bilden sich aber meist innerhalb von mehreren Wochen zurück. Dauerhafte Beschwerden sind selten.
  • In extrem seltenen Fällen kann es zu vorübergehenden oder auch bleibenden Muskel- und Nervenschäden sowie Durchblutungsstörungen kommen, bis hin zu einer Teillähmung in der betroffenen Gliedmaße. Normalerweise sind diese Störungen jedoch gut behandelbar.
  • Generell anfälliger für diese Komplikationen sind Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium sowie übergewichtige Menschen.

Welche der beiden hier vorgestellten Methoden für Sie am geeignetsten ist, lässt sich nur bei einer persönlichen Untersuchung in unserer Praxis feststellen. Wir werden Sie gerne eingehend beraten.
Diese Leistung wird nur in bestimmten Fällen von der Krankenkasse übernommen.