Definition und Entstehung

Die Arthrose ist eine langsam fortschreitende Abnutzungserscheinung des Gelenkknorpels („Gelenkverschleiß“), später auch der daran angrenzenden Knochen. Gelenke bestehen aus zwei beweglich miteinander verbundenen Knochen, welche an den Kontaktflächen mit einem Gelenkknorpel überzogen sind. Die Schleimhaut der Gelenkkapsel produziert die Hyaluronsäure, welche mit der Flüssigkeit im Gelenk einen Schmierfilm (Gelenkflüssigkeit) bildet. Die Reibung wird dadurch auf ein Minimum reduziert. Wenn nun die knorpelige Gelenkfläche verletzt wird z.B. durch Druck oder hohe Belastungen, dann kann sich Arthrose entwickeln. Oft kommt eine Entzündungskomponente hinzu mit Ausbildung eines Gelenkergusses und Entzündung sowie Schwellung der Gelenkinnenhaut. Durch die Abnutzung des Knochens tritt in späterem Stadium eine zunehmende Deformierung des Knochens ein mit Ausbildung sogenannter Randzacken („Osteophyten“), einem spürbaren Reiben im Gelenk und evtl. einer Achsabweichung.

Die genaue Ursache einer primären Arthrose ist bis heute unbekannt. Dagegen gibt es zahlreiche bekannte Ursachen für sekundäre, also erworbene, Arthrosen, wie z.B. ständige, übermäßige, mechanische Beanspruchung, metabolische Störungen (Chondrocalzinose, Gicht), entzündliche Erkrankungen (Polyarthritis, Rheuma), Unfälle mit bleibenden Veränderungen des Gelenks (Knochenbrüche, Bänderrisse), die eine Störung der Mechanik und damit eine vorzeitige Abnutzung bewirken oder auch seltene Durchblutungsstörungen des Knochens (Mondbeinnekrose).

Auf dieser Seite sollen die konservativen Behandlungsmöglichkeiten der Arthrose dargestellt werden. Für die operativen Behandlungsmöglichkeiten bitte die entsprechenden Seiten Daumensattelgelenksarthrose, Fingergelenksarthrose oder Handgelenksarthrose anklicken.

Symptome

Ein Drittel der Bevölkerung hat bereits mit 35 Jahren mindestens eine arthrotische Veränderung in einem Gelenk. Aufgrund der großen Verbreitung muss die Arthrose als Volkskrankheit angesehen werden. Der Gelenkverschleiß führt meist zu intervallartigen Schmerzen, die am Anfang oft noch gar nicht zugeordnet werden können. Es kommt zu einer morgendlichen Gelenksteifigkeit, die sich im Laufe des Tages wieder legt. Später kommt es zu Schwellungszuständen und zur zunehmenden Bewegungseinschränkung sowie Schmerzen, zunächst bei Belastung, dann auch in Ruhe. Erst im Spätstadium kommt es zu sichtbaren Knochenzacken oder Achsabweichungen.

Diagnostik

Neben der klinischen Diagnose ist die Röntgendiagnostik wegweisend. Die Röntgenaufnahme des Gelenks in zwei Ebenen kann in vielen Fällen bereits das definitive Ausmaß der Arthrose zeigen. In manchen Fällen ist die Computertomographie zusätzlich sinnvoll um ggf. Stufen der Gelenkflächen aufzuzeigen. Die Kernspintomographie kann zusätzliche Informationen über das Ausmaß der Gelenkentzündung sowie den Zustand des Gelenkknorpels geben, ist aber nur selten erforderlich. Im Falle des Handgelenks ist auch eine Spiegelung des Gelenks möglich (siehe Arthroskopie) um den definitiven Zustand des Gelenkbinnenraumes und vor allen Dingen der Knorpelsituation der beteiligten Knochen in Erfahrung zu bringen und dann das entsprechende therapeutische Vorgehen abzuleiten.

Prognose

Die Arthrose ist bis heute leider nicht heilbar und bereits eingetretene Veränderungen können nicht rückgängig gemacht werden. Eine Arthrose schreitet im Allgemeinen langsam fort. Insgesamt ist der Verlauf einer Arthrose als schicksalshaft anzusehen.

Differenzialdiagnose

Von einer primären Arthrose müssen hauptsächlich die sekundären Arthrosen abgegrenzt werden, deren Ursachen anderweitig behandelt werden können, wie z. B. Rheuma und Gicht (medikamentöse Behandlung), Veränderungen nach Knochenbrüchen (Knochen evtl. korrigierbar) oder Bänderrissen (Band evtl. reparabel oder rekonstruierbar), allerdings macht dies im fortgeschrittenen Stadium einer Arthrose keinen Sinn mehr. Weiterhin wären als Ursache für Gelenkschmerzen auch seltene Knochentumoren (Osteoidosteom) denkbar.

Behandlung

Wichtig ist die Erhaltung der Beweglichkeit des Gelenks. Zur Unterstützung können hier nicht-steroidale Antiphlogistika gegeben werden, die gegen Entzündung und Schmerz wirken. Physiotherapie und Ergotherapie in Kombination mit Wärme- oder Kälteanwendungen können die Beschwerden reduzieren. Belastungen mit schwerem Heben oder Tragen sollten vermieden werden. Für viele Gelenke gibt es elastische Manschetten, die das Gelenk stabilisieren und damit den Schmerz reduzieren.

Injektionen in das Gelenk mit entzündungshemmenden Medikamenten sind möglich, um akute Entzündungen positiv zu beeinflussen. Weiterhin gibt es die Möglichkeit der Injektion von gelenkflüssigkeitsähnlichen Substanzen (Hyaluronsäure). Hierbei werden Bestandteile der Gelenkflüssigkeit direkt in das Gelenk gespritzt und dienen zu deren Ersatz. Nach ca. 5 Injektionen im Abstand von je einer Woche sollten die Schmerzen nachlassen und die Beweglichkeit zunehmen. Es ist mit einer anhaltenden Wirkung von ca. 12 Monaten zu rechnen, in Einzelfällen auch länger. Dies ist eine IGeL-Leistung. Auch die Iontophorese (Kassenleistung) und die Stoßwellentherapie (IGeL-Leistung) können sich positiv auswirken.

Mögliche Komplikationen

An Komplikationen der konservativen Therapie sind nur Nebenwirkungen der evtl. gegebenen Medikamente zu nennen oder bei Injektionen direkt in das Gelenk die sehr seltene Gefahr eines Gelenkinfekts. Genauere Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrer Vorstellung bei uns in der Praxis.